Kribbeln in den Fingern und Schwindel: Wie ein heftiges Niesen Kettenreaktionen im Körper auslösen kann
Aktualisiert: vor 2 Tagen
Schwindel bei schnellen Kopfbewegungen, Kribbeln im kleinen Finger und hartnäckige Rückenschmerzen: Symptome wie diese wirken auf den ersten Blick völlig unterschiedlich. Dass sie oft dieselbe Ursache haben und durch eine scheinbar alltägliche Bewegung ausgelöst werden können, zeigt die Geschichte einer 39-jährigen Patientin aus meiner Praxis.
Der Fall: Kribbeln in der Hand und Schwindel nach Niesen
Eine 39-jährige Frau litt seit etwa vier Monaten unter wiederkehrendem Schwindel bei schnellen Kopfbewegungen. Hinzu kamen störende Parästhesien (ein Kribbeln) im kleinen Finger sowie im Ringfinger der rechten Hand.
Schon länger begleiteten sie zudem Schmerzen zwischen den Schulterblättern. Im Erstgespräch wurde klar: Ein starker Schmerzanfall war vor einigen Monaten durch heftiges Niesen ausgelöst worden – ein Auslöser, der in der Praxis gar nicht so selten vorkommt.
Was die Untersuchung zeigte: Die erste Rippe im Fokus
Bei starkem Niesen wirken plötzliche, hohe Druckkräfte auf den Brustkorb. Dies führt nicht selten zu Blockaden in der Brustwirbelsäule und an den Rippengelenken.
Der osteopathische Befund zeigte ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Spannungen:
Eine Gelenkdysfunktion der 1. Rippe rechts sowie Blockierungen und Steifigkeit in der mittleren Brustwirbelsäule.
Eine Bewegungseinschränkung des rechten oberen Brustkorbs.
Extreme Verspannungen der Nackenmuskulatur und deutliche Verklebungen der Halsfaszien.
Warum die 1. Rippe so wichtig ist: Die oberste Rippe liegt am Übergang vom Hals zum Brustkorb. In diesem Bereich laufen wichtige Nervenstränge (wie das Geflecht für Arm und Hand) sowie Blutgefäße vorbei. Steht die 1. Rippe schief oder ist blockiert, kann das Kribbeln in den Fingern oder Missempfindungen im Arm auslösen.
Die osteopathische Behandlung: Ganzheitliche Impulse
In der Behandlung ging es darum, die mechanischen Blockaden zu lösen und die Enge im Gewebe zu nehmen:
Mobilisation: Die Brustwirbelsäule und die Rippen wurden sanft mobilisiert, um die natürliche Beweglichkeit wiederherzustellen.
Öffnung der Thoraxapertur: Die obere Brustkorböffnung wurde gezielt behandelt, damit Nerven und Gefäße wieder frei verlaufen können.
Organe & Zwerchfell: Osteopathisch wurden auch die Aufhängung des Magens, das Zwerchfell und die dazugehörigen Rippen- und Wirbelstrukturen mit einbezogen.
Faszien & Nacken: Sanfte Griffe lösten die tiefen Spannungen im Hals- und Nackenbereich.
Das Ergebnis: Beschwerdefrei durch Prophylaxe
Schon nach dem Lösen der Blockaden und Gewebespannungen verschwanden sowohl der Schwindel als auch das Kribbeln in den Fingern vollständig.
Um erneuten Blockaden vorzubeugen, kommt die Patientin heute in Abständen von 4 bis 6 Wochen zur Kontrolle und Prophylaxe in die Praxis – und ist seitdem anhaltend beschwerdefrei.






Kommentare