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Herzrhythmusstörungen & die Wirbelsäule: Wenn der Rücken den Herzschlag beeinflusst 

1. Feb. 2022
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Okt.


Osteopathin behandelt manuell den Brustkorb einer Patientin mit Herzrhythmusstörungen

Herzstolpern oder spürbare Herzrhythmusstörungen gehören zu den Symptomen, die Betroffenen sofort große Angst machen. Umso wichtiger ist die goldene Regel der Osteopathie: Herzrhythmusstörungen sind keine primäre osteopathische Behandlungsindikation. Sie gehören zwingend zuerst in eine umfassende kardiologische und schulmedizinische Abklärung (Belastungs- und Langzeit-EKG, Herzultraschall, Blutbild etc.).

Bringt die Schulmedizin jedoch keinen klaren Befund oder keine ausreichende Linderung, kann ein Blick auf die Statik und das Nervensystem sinnvoll sein – wie das Beispiel einer 38-jährigen Patientin aus meiner Praxis zeigt.


Der Fall: Herzrhythmusstörungen trotz unauffälliger kardiologischer Befunde 


Eine 38-jährige Patientin kam nach vollständiger schulmedizinischer und kardiologischer Abklärung in meine Praxis. Trotz intensiver ärztlicher Betreuung litt sie weiterhin unter deutlichen Rhythmusstörungen, die fünf Monate zuvor plötzlich und ohne ersichtlichen Grund begonnen hatten.

Ein wichtiges Detail im Erstgespräch: Einige Zeit vor Beginn der Beschwerden war sie beim Skifahren gestürzt. Seit diesem Sturz verspürte sie eine deutlich eingeschränkte Beweglichkeit im oberen Rücken.


Der osteopathische Befund: Der nervliche Zusammenhang zum Herzen 


Da die organische Gesundheit des Herzens schulmedizinisch bestätigt war, fokussierte sich die osteopathische Untersuchung auf die funktionellen Zusammenhänge:


  • Blockaden der oberen Brustwirbelsäule (BWS): Besonders auffällig waren 4 bis 5 fixierte Wirbelsegment-Blockaden. Hintergrund: Genau aus diesem Abschnitt der Brustwirbelsäule entspringen die sympathischen Nervenstränge, die das Herz innervieren („steuern“) und dessen Frequenz beeinflussen.

  • Becken- & Statik-Dysbalance: Es zeigte sich ein deutlicher Beckenschiefstand mit einer funktionellen Beinlängendifferenz (ob als direkte Sturzfolge oder als bereits bestehender Auslöser, lässt sich rückblickend schwer trennen).


Die Behandlung: Mechanische & fasziale Befreiung 


Die Behandlung richtete sich darauf aus, den Druck von den nervlichen und faszialen Strukturen zu nehmen, die mit dem Brustkorb und dem Herzen in Verbindung stehen:


  1. Gelenkskorrektur: Sanfte Lösung der Gelenksblockaden an der oberen Brustwirbelsäule zur Entlastung der austretenden Nervenstränge.

  2. Faszien & Atemmechanik: Ausführliche Behandlung des umliegenden Faszien- und Muskelgewebes sowie Entspannung des Rippenbogens und des Zwerchfells.

  3. Hals & Statik: Lockerung und Dehnung der tiefen Halsfaszien sowie Ausgleich des Beckenschiefstands zur Wiederherstellung einer symmetrischen Körperstatik.


Fazit: Wenn funktionelle Störungen im Brustkorb täuschen 


Der Fall zeigt eindrucksvoll, wie eng die Nervenversorgung unserer Organe mit der Wirbelsäulenstatik verwoben ist. Wenn nach einem Sturz oder Aufprall Wirbel blockieren und Faszien verkleben, können die dadurch gereizten Nerven Fehlsignale an das Herz senden. Nach gründlichem Ausschluss organischer Ursachen bietet die Osteopathie einen wertvollen Ansatz, um solche funktionellen Verkettungen sanft aufzulösen.

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